September 2011 bis Mai 2012

"Narkose: temporäre, reversible Funktionshemmung des zentralen Nervensystems zur Herbeiführung einer Bewusst- und Schmerzlosigkeit für op. Eingriffe; verbunden mit Ausschaltung der willkürlichen, graduellen auch der reflekt. Muskeltätigkeit, Abnahme des Muskeltonus, Dämpfung von Atmung u. Kreislauf"     (Roche Lexikon Medizin)

In der Stiftung Kunstfonds trifft der Besucher auf eine gläserne Vitrine, darin: Vaporizer, Kreisteil mit Kalkabsorber, ein leeres Fläschchen Prostigmin. Teile einer fremden Apparatur. Funktionslos und aus ihrem Kontext gelöst generieren die Objekte in der musealen Umgebung eine Art theatralisches Setup: Der Ausstellungsraum wird zur Bühne. Eine Person betritt die Szene, sie macht sich an den Schlüsselstellen des sperrigen Narkosegerätes zu schaffen, ringt mit ihm. Das Narkosegerät: Nun ein Requisit?

Monika Stricker fragt mit ihren Arbeiten nach dem mutmaßlichen Kern der Dinge, ihrem verborgenen, rätselhaften Gerüst. Gibt es diesen Kern? Oder ist das Ding immer nur durch das situative Setup definiert?

In ihren jüngeren Arbeiten löst die Künstlerin Film-Requisiten – sogenannte Props – aus ihrem Kontext und versetzt sie in die Isolation des Kunstraumes. Durch Reflektionen, Verschiebungen und Spiegelungen "zerlegt" Monika Stricker diese Objekte im Ausstellungsraum. Ein Ort, der als "white cube" die Bühne für diese Aktivierung bereitstellt.

Für die Ausstellung "Malfunctioning Ejection" im KUNSTFONDSKUNSTRAUM erweitert Monika Stricker ihr Vokabular um einen Schauspieler, der durch seine Aktionen die ausgestellten Arbeiten reanimiert und sie noch einmal in den Status der Requisite überführt. In einer neunteiligen Performance konfrontiert die Künstlerin in der Stiftung Kunstfonds Mensch und Maschine.

Monika Stricker (*1978 in Düsseldorf) studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und schloss ihr Studium im Jahr 2005 als Meisterschülerin von Rita McBride ab. 2010 war Monika Stricker Stipendiatin der Stiftung Kunstfonds.

Die Ausstellung wurde unterstützt von der VG Bild-Kunst.

 

© Monika Stricker

© Fotos: Anne Pöhlmann