Juli 2004 bis Mai 2005

Heike Weber erprobt in ihren Arbeiten über das konventionelle Bildformat hinaus zeichnerische Prozesse und lotet deren Möglichkeiten in verschiedenen Disziplinen und Dimensionen aus.

So entstanden für den Flurbereich des Hauses speziell angefertigte Teppichschnitte in Rot und Blau, die bei längerem Betrachten zu schweben scheinen. An der Wand leuchtet das "Glück", geschrieben mit einem Lichtschlauch. Im Untergeschoss überzieht eine rote Leine, gehalten von unzähligen silbernen Deko-Nadeln, die Wände und zeichnet die Umrisse eines breiten Bergpanoramas nach.

Gemeinsam ist allen Arbeiten eine Art doppelter Wirklichkeit, die aus dem Spannungsverhältnis von Setzung und Entgrenzung, von konkreter Arbeit, faktischem Resultat und optischer Illusion entsteht - und dabei stets auch physisch wirksam wird, indem ihre Installationen die gewohnten Parameter räumlicher Wahrnehmung irritieren und verändern. Dort, wo herkömmliche Kommunikationsverfahren versagen, wo Irrwege lauern und Desorientierung droht, zählen Ausrüstung, Präzision und Kalkül. Solchermaßen präpariert, setzt Heike Weber in ihren Arbeiten Vorgänge zeichnerischer Lotung und Transformation in Gang, die stets konkret an den Betrachter weitergereicht werden. … Ob als ornamentales Muster oder projizierte Lineatur: Was entsteht, sind offene Felder und ungesicherte Situationen, die auf subjektive Weise, körperlich wie mental, Zeit und Bewegung bei der Konstruktion von Raum erkunden. (Stefan Rasche)

Heike Weber erhielt 2001 ein Arbeitsstipendium vom Kunstfonds.

 

Die Ausstellung wurde unterstützt von der VG Bild-Kunst.

 

© Heike Weber

© Foto: Carl-Victor Dahmen