18.6. bis 31.7.2013


Nach einer dreijährigen intensiven Anfangsphase gibt das Archiv für Künstlernachlässe der Stiftung Kunstfonds im Sommer 2013 erstmals einen umfassenden Einblick in seine Bestände. Die Ausstellung präsentiert Werke von Reiner Ruthenbeck, Gerhard Wind, Ludger Gerdes und Fritz Rahmann. Sie illustriert die vielseitigen Aufgaben und Ziele des Archivs, erste Kollaborationen mit kunstwissenschaftlichen Institutionen und Forschungsprojekte zu ausgewählten Kunstwerken der vier ehemaligen documenta-Teilnehmer.

Außenansicht Ausstellungspavillon, © Stiftung Kunstfonds / Foto: Achim Kukulies

Eigens für die Ausstellung wurde ein temporärer Pavillon entworfen, der direkt an das bestehende Archivgebäude anschließt und architektonisch dem an dieser Stelle geplanten Schaumagazin vorgreift, das zukünftig die Archivlagerräume erweitern und öffentliche Einblicke in die Archivarbeit ermöglichen soll.

Die Ausstellung ist thematisch gegliedert und widmet den Künstlern jeweils einen eigenen Raum.

Den Anfang macht Reiner Ruthenbeck (*1937), der dem Archiv der Stiftung Kunstfonds ein großes und alle Schaffensphasen umspannendes Konvolut seines Werks geschenkt hat. Die nachhaltige und auf öffentliche Sichtbarkeit zielende Arbeit des Archivs und das praktische Handling der Kunstwerke werden veranschaulicht.

Reiner Ruthenbeck, Rahmen mit teilweiser Plattenabdeckung, 1989 und Kantenplatte (Doppeldreieck), 1997, © VG Bild-Kunst, Bonn 2013 / Stiftung Kunstfonds
Ausstellungsbereich Ludger Gerdes (documenta 7 + Skulptur Projekte Münster), © VG Bild-Kunst, Bonn 2013 / Stiftung Kunstfonds / Foto: Achim Kukulies

Der zweite Raum widmet sich Ludger Gerdes (1954-2008) und der künstlerischen Konzeption und Entstehung seiner Werke für die documenta 1982 und für die Skulptur.Projekte 1987. Studentinnen und Studenten der Kunstgeschichte von der Heinrich Heine-Universität Düsseldorf arbeiten die aus Skizzen, Modellen, Fotos und Dokumenten des Archivs ersichtlichen kunsttheoretischen Fragestellungen und praktischen Fortschritte im Produktionsprozess von Ludger Gerdes heraus.

Ausstellungsbereich Gerhard Wind, © VG Bild-Kunst, Bonn 2013 / Stiftung Kunstfonds / Foto: Achim Kukulies

Der dritte Raum befasst sich mit Gerhard Wind (1928-1992) und seinem Schaffen im Spiegel der Zeit als Mitglied der wegweisenden Düsseldorfer Gruppe 53.
Anhand der Quellen aus dem Archiv, die im Rahmen einer Masterarbeit am Institut für Kunstgeschichte der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf kunstwissenschaftlich erforscht wurden, und der Arbeiten Winds entsteht ein kunst- wie kulturhistorisch anschauliches Bild vom Düsseldorf der 1950er Jahre.

Ausstellungsbereich Fritz Rahmann (Büro Berlin), © Nachlass Fritz Rahmann / Foto: Achim Kukulies

Im vierten Raum illustrieren Kunstwerke aus dem Archiv und inhaltlich zugehörige Archivalien der Berlinischen Galerie den konzeptuellen Kunstbegriff von Fritz Rahmann (1936-2006) und des von ihm mitbegründeten Büro Berlin.

Die Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

BASIS KÜNSTLERARCHIV wurde von Staatsminister Bernd Neumann eröffnet, der die herausragende und nationale Bedeutung des Archivs für Künstlernachlässe und dessen Modellcharakter für den Umgang des Archivs mit künstlerischen Lebenswerken hervorhob. Über die Schönheit der Archive und das Künstlerarchiv als Basis sprach Harry Walter.

 

Rede Harry Walter