Pidder Auberger, Schulterkuss, 1988 (Cliché verre, aquarelliert, 123 x 196 cm), Foto: Stiftung Kunstfonds, © VG Bild-Kunst, Bonn 2011

2. bis 30. September 2011
Winterrefektorium der Abtei Brauweiler


Pidder Auberger, damaliger Neuzugang im Archiv für Künstlernachlässe der Stiftung Kunstfonds, bildete den Auftakt einer Ausstellungsreihe, die erstmals einen öffentlichen Einblick in Teilbestände des Archivs gibt.

Obwohl der erste Spatenstich für das geplante Schaulager – das das Depot des Künstlernachlassarchivs in Brauweiler um eine großzügige Ausstellungsfläche bereichern soll – noch nicht getan war, durfte im September 2011 schon ein erster Blick durch‘s Schlüsselloch geworfen werden: Im Säulensaal der Abtei Brauweiler stellte Pidder Auberger fotografische Arbeiten aus und gab den Besuchern damit einen kleinen Vorgeschmack auf die Schätze des Archivs.

Pidder Auberger (1946-2012) experimentierte seit seinem Studium an der Düsseldorfer Kunsthochschule mit fotografischen Techniken, die er mithilfe chemischer Eingriffe, zeichnerischer Zusätze und Holzschnitttechniken auf unkonventionelle Weise variierte und zusammen brachte.

In seinen »Schulterküssen« verbindet Auberger Fotografie und Grafik als Clichés verre (Glasklischeedrucke), bei denen das zeichnerische Motiv in die übermalte Oberfläche der Glasplatte geritzt, mit dem fotografischen Motiv verbunden und zusammen belichtet wird. Sein freier Umgang mit den verschiedenen Techniken lässt eine ganz eigene, abstrakte Formenwelt entstehen, in der Wiederholungen und Variationen charakteristisch sind und die nicht selten absurd-komische Elemente beinhaltet.

Für das Archiv ist Aubergers Nachlass eine wesentliche Bereicherung, da es den bisherigen Bestand um das Medium der Fotografie erweitert.

Die Ausstellung wurde unterstützt durch die VG Bild-Kunst und den Landschaftsverband Rheinland.

Pidder Auberger

Pidder Auberger, Schulterkuss, 1988 (Cliché verre, aquarelliert, 123 x 196 cm), Foto: Stiftung Kunstfonds, © VG Bild-Kunst, Bonn 2011