30. August bis 26. September 2013
Winterrefektorium der Abtei Brauweiler

Ausstellungsansicht Horst Egon Kalinowski, Foto: Stiftung Kunstfonds, © VG Bild-Kunst, Bonn 2013

Schon früh experimentierte Horst Egon Kalinowski (1924-2013) unter dem Einfluss der Kunstszene im Paris der 1950er Jahre mit dem Einsatz verschiedener Materialien. Es entstanden erste abstrakte Collagen und Materialbilder. Einen Schwerpunkt in seinem Werk bilden ab 1960 bildnerische und skulpturale Lederkompositionen und sogenannte „Caissons“, mit Leder bespannte kastenförmige Objekte. In einer Art organischem Balance-Akt verbindet er das Leder mit der Stofflichkeit von Holz, Metall und Textilien. Häufig nutzt er für die Leder-Objekte historische Transmissionsbänder und Treibriemen aus alten Industrieanlagen, da sie eine besonders lebhafte Textur und warmtönige Färbung besitzen. Die Spuren der Benutzung nimmt Kalinowski in das Werk auf und überträgt die Patina und Sinnlichkeit des Materials auf seine Objekte. Die französischen Titel verweisen auf große mythologische Themen genauso wie auf religiöse Themen des Martyriums und persönliche Erfahrungen gelebter zwischenmenschlicher Beziehungen.

Ausstellungsansicht Horst Egon Kalinowski, Foto: Stiftung Kunstfonds, © VG Bild-Kunst, Bonn 2013

Die Kunstwerke Horst Egon Kalinowskis werden zukünftig von der von ihm gegründeten "Nachlass-Stiftung Professor Horst Egon Kalinowski" betreut, die auch einen Förderpreis für junge Künstler der Karlsruher Kunstakademie herausgeben wird. Die treuhänderische Verwaltung obliegt der Stiftung Kunstfonds. Seit 2012 hat das Archiv für Künstlernachlässe der Stiftung Kunstfonds die Kunstwerke an ihrem angestammten Lagerort in Düsseldorf gesäubert und verzeichnet und zeigte im Jahr 2013 eine Auswahl von Kalinowskis Werken im Winterrefektorium der Abtei Brauweiler.

 

Horst Egon Kalinowski

Horst Egon Kalinowski, Sésame, 1985, Holz, Leder-Keilriemen, 152 x 90 x 13 cm, Foto:Stiftung Kunstfonds, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014