12. August bis 17. Oktober 2014

Im Juni 2014 übergab Edgar Knoop (*1936 Dortmund) nach Abschluss seiner retrospektiven Einzelausstellung im Klagenfurter Museum Moderner Kunst Kärnten seinen künstlerischen Vorlass an das Archiv für Künstlernachlässe der Stiftung Kunstfonds. Ausgewählte Arbeiten waren bis zum 17.10.2014 im temporären Ausstellungspavillon des Archivs auf dem Gelände der Abtei Brauweiler zu sehen.

Edgar Knoop, Installationsansicht, Foto: Stiftung Kunstfonds, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014
Edgar Knoop, Installationsansicht, Foto: Stiftung Kunstfonds, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Der Vorlass von Knoop umfasst unter anderem frühe Farbtafeln und Farbfelder aus den 1970er Jahren, kinetische Skulpturen der 1980er Jahre, ein großes Konvolut aus Collagen und eine Dokumentation seines 1996er Kunst-am-Bau-Projektes "Mikado" für die Neue Universität Augsburg. Seine Arbeiten zeigen Knoops zentrale Themen Licht und Farbe in ihrer räumlichen Wirkung. Intensiv setzte er sich theoretisch als Professor für Farbtheorie bis 2000 an der Akademie München und praktisch-künstlerisch mit Form- und Farbzusammenhängen im bildlichen und skulpturalen Raum auseinander.

In den 1970er Jahren entwickelte Edgar Knoop in Zusammenarbeit mit führenden wissenschaftlichen Instituten und Professoren neue Farbprofile und Farbsequenzen. Er untersuchte die Wirkung der Farben und die Zusammenhänge spezifischer Farbwerte in ihrer Auswirkung auf ein farbräumliches Verhalten.

Edgar Knoop, Installationsansicht, Foto: Stiftung Kunstfonds, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Die Ausstellung zeigte diese frühen skulpturalen Farbprofile aus den 1970er Jahren, in denen die Zusammenhänge von spezifischen Farbwerten wie Farbton, Helligkeit und Sättigung ablesbar sind und eine Form- und Farbsystematik entsteht. In den ebenfalls ausgestellten großformatigen Collagen „Networks“ greift Knoop auf Überlegungen der 1960er Jahre zur Thematik von Kompositionsschemata im Zusammenhang mit Bildkompositionen, Flächenaufteilungen, Gestalttheorien, Form- und Farbharmonien zurück, die bereits für Künstler wie Le Corbusier, und Farbtheoretiker wie Newton und Itten grundlegend waren. Knoop versuchte, objektivierbare Planungsstrategien bei der Erarbeitung künstlerischer Prozesse und deren Ausarbeitung zu entwickeln. Dies wurde auch in den ausgestellten Farbtafeln und Farbfeldern sichtbar. In der Collageserie "Horizonte", aus denen ausgewählte Arbeiten aus dem Archiv zum Verkauf angeboten wurden, geht es Knoop um eine Auseinandersetzung mit von ihm erlebten Landschaften. Dreidimensionale Modelle, Projektfotos und eine Entwurfszeichnung zum Kunst-am-Bau-Projekt "Mikado", das Knoop 1996 für die Neue Universität Augsburg realisierte, veranschaulichten die Planung und Aufstellung von Farbstelen als logarithmische Spirale mit progressiver Neigungsfolge.


Die Ausstellung im temporären Pavillon des Archivs wurde gefördert von der VG Bild-Kunst und der Kulturstiftung des Bundes.


Edgar Knoop